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Miss Daisy und ihr Chauffeur

Kurhaus, Freudenstadt

07.03.2023

Beeindruckendes Schauspiel von Alfred Uhry mit der Grande Dame des deutschen Films, Doris Kunstmann in der Hauptrolle

Atlanta, Georgia, 1948: Miss Daisy ist eine 72jährige pensionierte Schullehrerin. Nachdem sie eines Tages ihren Neuwagen samt der Garage der Nachbarn zu Schrott gefahren hat, engagiert Sohn Boolie vorsichtshalber den Schwarzen Hoke Coleborn als Chauffeur.



Hoke, mit seinen 60 Jahren selbst nicht mehr der Jüngste, ist ein ruhiger, lebenskluger Mann und somit der ideale Gegenpart zur egozentrischen Miss Daisy, die sich hartnäckig weigert, seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Mit Ausdauer und unbeeindruckt von unfreundlichen Bemerkungen der alten Dame schafft es Hoke schließlich, dass Miss Daisy in den Wagen einsteigt, und allmählich entsteht während der gemeinsamen Ausfahren zwischen dem ungleichen Paar eine respektvolle Sympathie.



Was zunächst den Charme einer widerspenstigen Zähmung hat, entwickelt ich zu einem Gesellschaftsstück mit Tiefgang und subtilen Ober- und Untertönen, ohne das Spiel von Nähe und Ferne zwischen den beiden Hauptpersonen ganz aufzulösen.



Genügend Zündstoff für dauerhafte Spannung liefert schon der reale historische Rahmen, dem die beiden Protagonisten entstammen. Sphären, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Hier die wohlhabende, gebildete jüdische Südstaaten-Lady, dort der Schwarze Angestellte aus der Unterschicht in einer Epoche, in der Rassentrennung in den USA noch fast selbstverständlich den Alltag der Menschen bestimmte.

Das Stück war ein Sensationserfolg: Schon im Jahr 1988, im Jahr der Uraufführung in Philadelphia, gab es den überaus begehrten Pulitzerpreis. Die Hollywood-Adaption mit Jessica Tandy und Morgan Freeman von 1989 lockte nicht nur weltweit Millionen in die Kinos, sondern erhielt vier (!) Oscars, darunter einen für das Beste Drehbuch. Neben der Story ist es auch die Musik, die für Atmosphäre sorgt. Sie lässt den Zuschauer eintauchen in die Welt des legendären Deep South der USA. Wie durch ein Brennglas betrachtet geben Miss Daisy und Hoke Colburn den Blick frei auf eine schwierige Epoche; jedoch geschieht dies auf eine menschlich warme, bewegende und sehr unterhaltsame Weise.

Der Autor des Stücks, Alfred Uhry, stammt selbst aus Atlanta und arbeitete später vor allem als Musical-Text für Broadway-Produktionen. Inspiriert zum Stück wurde Uhry von seiner Großmutter Lena Fox und ihrem langjährigen Chauffeur Will Coleman.Theater im Kurhaus

Veranstaltungsort

Kurhaus

Lauterbadstrasse 5
72250 Freudenstadt

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